Sonntag Abend, die Woche ist rum. Der Sohn und die Tochter gehen jetzt zum “chillen” über, schalten das SmartTV an und schauen sich weiter ihre Lieblingsserie auf Netflix an.

Mama und Papa machen es sich auch gerne auf dem Sofa bequem, 20:15, es läuft Tatort. Neben den altbekannten Kommissaren wie Thiel und Boerne geht seit Neuestem auch Til Schweiger als Nick Tschiller auf Verbrecherjagd und kopiert James Bond mit viel Schießerei und Drama.

Und was machen Oma und Opa? Klar, der Tatort ist bei der älteren Generation sicher auch eine gute Option. Den gibt es auch schon lange und der war schon ganz lange vor “Netflix n’chill” Kult. Zwar wird Til Schweiger wohl nicht unbedingt der Lieblingskrimi sein, doch der läuft auch nicht jede Woche und ist eine Bemerkung zum Schluss “sowas neumodisches aber auch” allemal wert.

Neumodisch ist ein Wort, dessen Sinn nie alt wird. Gerade in der Fernseh- und Medienunterhaltung wird es immer etwas Neues, eine Innovation, eine moderne Neuigkeit geben. Fragt man eine ältere Dame heute, so würde sie meiner Oma gewiss Recht geben, dass sie stolz darauf war, ihre eigens verdienten und hart ersparten Pfennig zusammengekratzt zu haben, um am Wochenende mit ihren Freundinnen ins Kino gehen zu können. Ihre Kinder gingen auch gerne ins Kino und schauten sich neue Filme an, aber neumodisch war damals sicher das Fernsehgerät, bei dem sich die ganze Familie eine Sendung aussuchen konnte und so gemeinsam einen unterhaltsamen Fernsehabend zu verbringen. Heute finden sich in den meisten Haushalten gleich mehrere Fernseher.

Die Quintessenz dieser Entwicklung zeigt, dass wir gerade in Fragen Unterhaltung wohl immer den neuesten Möglichkeiten der Technik nachgehen werden. Die Bausteine waren hier schon immer gleich. Egal ob Tragödie oder Komödie – sie schafften es vom Theater auf die Leinwand, von der Leinwand in die Röhren und von der Röhre bis direkt auf die Hand.