Wie sieht die deutsche Antwort auf Netflix und Co aus?

Manch ein Insider spricht von bitterbösem Erwachen. Und meint damit das zu lange Warten und Zaudern im Umgang mit den großen amerikanischen Streaming-Portalen. Kann das deutsche Fernsehen, insbesondere das Privat-Fernsehen, erfolgreich dagegen halten oder ist hier ein Abgang auf Raten zu beobachten?

In unserem heutigen Artikel wollen wir uns anschauen, warum Netflix und Co für die deutschen Fernseh-Macher so gefährlich werden kann.

Netflix liegt aktuell auf Platz zwei hinter Amazon prime. Dieser zweite Platz bedeutet in Zahlen ausgedrückt: fünf Millionen Abonnenten. Das alles in nur drei Jahren. Die Tendenz ist weiter steigend. Das darf die etablierte deutsche Fernseh-Wirtschaft zu Recht beunruhigen, denn wer bei Amazon oder Netflix schaut, der schaut eben kein Sat 1 oder RTL.

Natürlich haben fast alle deutschen Sender mittlerweile gut gemachte Mediatheken, in denen sich der Zuschauer die Sendungen nochmals anschauen oder weitere Hintergrundinformationen bekommen kann. Doch werden diese Mediatheken eher stiefmütterlich behandelt oder als Resteverwertung der TV-Übertragungen betrachtet. Spezielle Inhalte, die die Menschen begeistern und anziehen, sind eher Mangelware.

Bei den Streamingdiensten hingegen wird Qualität und Exklusivität groß geschrieben. Es gibt eine Vielzahl von Eigenproduktionen. Amazon hat sich gerade erst die Rechte an der „Herr der Ringe“-Trilogie gesichert und möchte aus diesem Material eine komplett eigene Serie produzieren lassen. Geld scheint keine große Rolle zu spielen. Es wird investiert.

Genau damit tun sich die Deutschen schwer und es wird nur sehr zögerlich etwas unternommen. Medienexperten halten dies für fatal und glauben, dass es jetzt an der Zeit wäre, eine breite Qualitäts-Offensive zu starten, um ihre Zuschauer zu halten und neue zu gewinnen. Es sei noch nicht zu spät, aber der Trend ist jetzt vorgegeben und damit sie diesem nicht nur hinterherlaufen, bedarf es mutiger Entscheidungen für den Ausbau des Programms. Denn das läuft immer mehr online und der Zuschauer gewöhnt sich immer mehr an den neuen Komfort, seine Sendungen dann zu schauen, wenn er es möchte, und nicht dann, wenn die Sende-Planer glauben, dass der Zeitpunkt gut ist.

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